Andere Länder, andere Sitten - Top 10 Silvesterbräuche

Wir kennen Silvester mit Bleigießen, Böllern und Feuerzangenbowle aber wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus, wie feiern sie da Silvester? Wie man so schön zu sagen pflegt: Andere Länder, andere Sitten. Hier die Top 10 Bräuche.

Silvester in Russland

In Russland ist es sehr speziell. Das russische Silvester ist eine Mischung aus Weihnachten und Silvester, wobei der wischtigste Feiertag der 31. Dezember ist. An diesem Tag werden Weihnachtsbäume geschmückt und die Straßen erstrahlen in vielen bunten Lichtern. Wenn die Uhr in Moskau am Kreml 12 mal geschlagen hat, stoßen die Russen zum neuen Jahr an. Da Russland aber ein so großes Land ist stoßen sie für alle Zeitzonen, in dem das Land liegt an, das bedeutet insgesamt zu 11 verschiedenen Zeiten anstoßen. Das neue Jahr beginnt bei den Russen jedoch erst am 11. Januar, am 6. Januar findet noch die Bescherung statt, bei der die Kinder ihre Geschenke von Frost oder Großmütterchen Babouschka in Begleitung des Mädchens Schneeflocke und des Jungen Neujahr überreicht bekommen.

Silvester in Schottland

Die Schotten feiern am 31. Dezember das traditionelle Winterfest „Hogmanay“. Zum Jahreswechsel stoßen die Schotten an, genau wie wir. Allerdings nicht mit Sekt – und das hat wirklich nichts mit Geiz zu tun. Denn im traditionellen Punsch „Hot Pint“ stecken so gute Dinge wie Starkbier, Whisky und Eier. Direkt nach Mitternacht machen sich die Schotten zum Silvester-Brauch „first footing“ auf: Überschreitet ein Nachbar oder Freund die Türschwelle, so bringt dies für das ganze Jahr Glück. Besonders, wenn es ein großer, dunkelhaariger, gutaussehender Mann ist.

Silvester in Spanien

Die Spanier bevorzugen den Schaumwein zu Mitternacht in Form von frischen Früchten. Weintrauben gehören bei ihnen zu Silvester nicht nur als Deko aufs Buffet. Vielmehr sind sie Mittelpunkt und Glücksbringer in der Neujahrsnacht. Um Mitternacht isst man zu jedem Glockenschlag eine Traube. Aber Vorsicht, verzählen bringt Unglück! Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es in Spanien kurz vor Silvester Trauben im Zwölferpack zu kaufen. Nach dem Traubenschmaus stoßen die Spanier dann aber doch noch mit Sekt an – ein goldener Ring im Kelch bringt zusätzlich Glück.

Silvester in Brasilien

Die Brasilianer haben sich zum Jahreswechsel auf eine Farbe geeinigt: Jeder trägt Weiß, als ein Symbol für Reinheit und Frieden. Bei Silvester-Partys am Strand, werden traditionell Opfergaben an die Meeresgöttin Yemanjá geschickt. Blumen oder kleine Papierschiffchen mit Kerzen oder Süßigkeiten. Wer dann auch noch knietief ins Wasser watet und über sieben heran rollende Wellen springt, dem erfüllen sich im kommenden Jahr sieben Wünsche.

Silvester in Argentinien

In Argentinien ist die Silvesternacht schon deshalb eine heiße Angelegenheit, weil sie mitten im Hochsommer liegt. Und dennoch schneit es! Denn in Argentinien ist es an Silvester Brauch, alte Akten und Unterlagen zu Schnipseln zu verarbeiten und sie aus den Fenstern „schneien“ zu lassen. Eine schöne Art, sich von den Altlasten des vergangenen Jahres zu befreien.

Silvester in Griechenland

Die Griechen haben es in der Silvesternacht nicht so sehr mit Symbolik. Hier wird traditionell ganz echt gezockt. Ob zuhause oder im Casino: vom Abend bis ins neue Jahr hinein bestimmen Karten- und Würfelspiele die Jahreswende. Ein bisschen Aberglaube darf dann aber doch noch sein. Denn wer in dieser Nacht Glück im Spiel hat, dem wird das Schicksal in Bezug auf Reichtum auch in den nächsten zwölf Monaten wohl gesonnen sein.

Silvester in Polen

In Polen gibt es keine Silvester-Hektik. Laut Tradition darf am 31. Dezember nicht geputzt werden, da Staubtuch und Besen das Glück verscheuchen würden. Stattdessen werden ab Mitternacht alle Türen und Fenster geöffnet, um die guten Geister ins Haus zu lassen. Frauen auf der Suche nach einem Partner streuen sich in der Silvesternacht Mohn in die Schuhe. Dabei kommt es auf die Dosierung an: Die Anzahl der Mohnkörner steht für die Zahl der Verehrer im kommenden Jahr.

Silvester in Tschechien

Stern oder Kreuz? Glück oder Unheil? Traditionell befragen die Tschechen in der Silvesternacht das uralte tschechische Apfelorakel. Dazu schneiden sie einen Apfel in der Mitte durch und lesen an der Form des Kerngehäuses die Zukunft ab. Das traditionelle tschechische Silvesteressen hat ebenfalls Symbolik. Linsen stehen für Geld und so bringt der Verzehr eines Linsengerichts finanziellen Erfolg im kommenden Jahr.

Silvester in China

Vorm chinesischen Neujahrsfest im Februar, am Tag des ersten Vollmonds nach dem 21. Januar, werden die Häuser mit Bambuszweigen gründlich geputzt. So sollen böse Geister vertrieben werden. Das Haus wird mit roten Papierstreifen und goldenen Glückszeichen dekoriert. Eine Stunde vor Mitternacht öffnen die Bewohner all ihre Fenster, um das neue Jahr hereinzulassen. Ledige Frauen werfen Mandarinen ins Meer, ein Brauch, um im kommenden Jahr den Mann ihres Lebens zu finden.

Silvester in Bulgarien

Diese Silvester-Sitte mutet ruppig an: Schläge auf den Rücken für Reichtum und Gesundheit. Die Glücksrute heißt „Surwatschka“ und ist ein bunt geschmückter Ast des Kornelkirschbaums. Damit ziehen Kinder am Silvesterabend und am Neujahrsmorgen von Haus zu Haus. Die Bewohner lassen sich von den kleinen Glücksbringern nur allzu gern schlagen, denn diese Tradition verspricht ein gesundes, reiches und fruchtbares neues Jahr. Für die Kinder beginnt das Glück bereits in der Haustür: Sie bekommen im Gegenzug für die Schläge Süßigkeiten und Münzen.